Liebe Kiki, wo bleibt nur unser Pluralismus?

Gestern habe ich in einer Schaufensterauslage obiges Angebot gesehen: 16 Totenköpfe aus  ehemaligen Billiardkugeln gefertigt.

Die Mischung der Farben, die erzwungene Statik der ehemals sehr beweglichen Billiardkugeln und die Totenköpfe lösten bei mir spontan das Bild eines in Bewegungslosigkeit und Trennung erstarrten Pluralismus aus.

Alles das, was die Billiardkugeln vormals auszeichnete, ist vergangen. Das Spiel der Billiardkugeln lebt von den speziellen Rollen der Kugeln, geprägt durch Weiß, Schwarz und Farbig. Es lebt von dem Wechsel zwischen Dynamik und Ruhe, von dem Wechsel der Spieler. Es lebt vom Abstand der Kugeln und der Berührung untereinander. Jede ruhende Kugel wird mal angestoßen und ist mal Impulsgeber für andere Kugeln. Das Spiel lebt von der Konzentration und der Entladung, der freien Bewegung, dem Ziel, von Ruhe und Aktion.

All das zeichnet für mich auch eine aktive und lebendige Gesellschaft aus. Und mit den oben genannten Farben meine ich wahrlich nicht, dass eine Hautfarbe beschreibt, welche Rolle man hat. Hier fällt mir einfach nur auf, wie rassistisch man Farbzusammenhänge interpretieren kann, wenn man will. Und solche Interpretationen machen den Pluralismus kaputt. Sie säen Angst und Unsicherheit, trennen –  dadurch stirbt die Gesellschaft. Es gibt keine konstruktiven und zielgerichteten Impulse mehr, an denen jeder teilhaben kann. Destruktion steht im Fokus und alles erstarrt.

Die Totenköpfe sind Symbol für uns immer achtsam zu sein, da das Leben vergänglich ist. Diese Achtsamkeit untereinander müssen wir neu beleben.

Die Vielfältigkeit und Energie des Billiadspiels ist so nun nicht mehr abrufbar und auch nicht für unsere Gesellschaft. Alle verharren getrennt von den anderen – unbeweglich. Das müssen wir durch uns ändern.

Keep on rollin‘,
Mahscull

P.S. Leider hat die Anordnung der Sculls auch gar nichts mehr mit der üblichen Anordung der Billardkugeln bei Spielbeginn zu tun. Aber hier soll ja auch nicht mehr gespielt werden, sondern alles „ordentlich“ sein.